Die Schilddrüse und der Stoffwechsel
Ein zentrales Steuerorgan des Körpers
Die Schilddrüse ist ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ, das sich an der Vorderseite des Halses unterhalb des Kehlkopfes befindet. Trotz ihrer vergleichsweise geringen Größe hat sie eine zentrale Bedeutung für nahezu alle Stoffwechselprozesse im menschlichen Körper. Sie wirkt wie ein übergeordnetes Steuerzentrum, das bestimmt, wie schnell oder langsam Zellen arbeiten, Energie umgesetzt wird und lebenswichtige Funktionen ablaufen.
Was ist die Schilddrüse und welche Aufgabe hat sie?
Die Hauptaufgabe der Schilddrüse besteht in der Bildung und Freisetzung der
Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Diese Hormone
beeinflussen nahezu jede Körperzelle. Gesteuert wird die Schilddrüse über
ein fein abgestimmtes Regelkreissystem zwischen Gehirn und Hormondrüsen,
die sogenannte Hypothalamus-Hypophysen-Schilddrüsen-Achse.
Das Gehirn schüttet das Hormon TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon) aus,
das der Schilddrüse signalisiert, wie viele Hormone produziert werden sollen.
Ist zu wenig Schilddrüsenhormon im Blut vorhanden, steigt der TSH-Wert an.
Ist ausreichend oder zu viel vorhanden, sinkt er.
Zusammenhang zwischen Schilddrüse und Stoffwechsel
Die Schilddrüsenhormone regulieren den Grundumsatz des Körpers.
Sie bestimmen, wie viel Energie in Ruhe verbraucht wird, wie
schnell Nährstoffe verstoffwechselt werden und wie aktiv
Organe und Gewebe arbeiten.
Eine gesunde Schilddrüsenfunktion unterstützt unter anderem:
- den Energiestoffwechsel
- die Fett- und Kohlenhydratverwertung
- die Körpertemperatur
- die Herzfrequenz
- die Darmbewegungtress
- die geistige Leistungsfähigkeit
- den Hormonhaushalt insgesamt
- Fruchtbarkeit und Zyklusregulation
- den Erhalt von Haut, Haaren und Bindegewebe
Vorteile einer gut
funktionierenden Schilddrüse
Ist die Schilddrüse im Gleichgewicht, läuft der Stoffwechsel harmonisch ab. Betroffene berichten häufig über:
- stabile Energie über den Tag
- normale Belastbarkeit
- guten Schlaf-Wach-Rhythmus
- ausgeglichene Stimmung
- stabiles Körpergewicht
- normale Verdauung
- gute Konzentrationsfähigkeit
Eine gut arbeitende Schilddrüse ist somit eine wesentliche Grundlage für Vitalität und allgemeines Wohlbefinden.
Mögliche Folgen einer gestörten Schilddrüsenfunktion
Gerät die Schilddrüse aus dem Gleichgewicht, kann dies zahlreiche körperliche und psychische Beschwerden nach sich ziehen. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen einer Unterfunktion (Hypothyreose) und einer Überfunktion (Hyperthyreose).
Schilddrüsen-
unterfunktion
Wenn der Stoffwechsel zu langsam läuft
Bei einer Unterfunktion produziert die Schilddrüse zu wenig Hormone. Der Stoffwechsel verlangsamt sich.
Mögliche Anzeichen können sein:
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Gewichtszunahme trotz unveränderter Ernährung
- Kälteempfindlichkeit
- trockene Haut und brüchige Haare
- Verstopfung
- Konzentrationsprobleme
- depressive Verstimmungen
- Zyklusstörungen oder eingeschränkte Fruchtbarkeit
Ernährung bei
Schilddrüsen-
unterfunktion
Ernährungsseitig kann es sinnvoll sein, auf eine nährstoffreiche, ausgewogene Kost zu achten. Besonders wichtig sind:
- ausreichende Eiweißzufuhr
- jodhaltige Lebensmittel in angemessener Menge
- Selenhaltige Lebensmittel
- Zink- und eisenreiche Kost
Stark verarbeitete Lebensmittel, extreme Diäten und sehr hohe Mengen sogenannter goitrogener Stoffe (z. B. rohe große Mengen Kohl) sollten eher gemieden werden.
Schilddrüsen-
überfunktion
Wenn der Stoffwechsel zu schnell läuft
Bei einer Überfunktion werden zu viele Schilddrüsenhormone gebildet. Der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren.
Mögliche Anzeichen können sein:
- innere Unruhe und Nervosität
- Schlafprobleme
- Gewichtsverlust trotz guter Nahrungsaufnahme
- Herzklopfen
- vermehrtes Schwitzen
- Wärmeintoleranz
- Zittern
- erhöhte Reizbarkeit
Ernährung bei
Schilddrüsen-
überfunktion
Hier kann es hilfreich sein:
- eine ausreichend kalorienreiche Ernährung zu wählen
- stimulierende Substanzen wie Koffein zu reduzieren
- auf eine regelmäßige Nährstoffzufuhr zu achten
- extreme Jodzufuhr zu vermeiden
Auch hier steht eine ausgewogene, entzündungsarme Ernährung im Vordergrund.
Wichtige Laborwerte der Schilddrüse
Zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion werden meist folgende Blutwerte herangezogen:
-
TSH (Thyreoidea-stimulierendes Hormon)
- grober Referenzbereich: ca. 0,4-4,0 mIU/l
- erhöht: Hinweis auf Unterfunktion
- erniedrigt: Hinweis auf Überfunktion
-
Freies T4 (fT4)
- zeigt die verfügbare Menge des Speicherhormons
- niedrig bei Unterfunktion, erhöht bei Überfunktion
-
Freies T3 (fT3):
- grober Referenzbereich: ca. 0,4-4,0 mIU/l
- erhöht: Hinweis auf Unterfunktion
- erniedrigt: Hinweis auf Überfunktion
-
Weitere relevante Parameter können sein
- Schilddrüsenantikörper (z. B. TPO-AK)
- Jodstatus
- Selen, Zink, Eisen
- Vitamin D
Die genaue Interpretation dieser Werte sollte immer durch medizinisches Fachpersonal erfolgen.
Ganzheitlicher Blick auf Schilddrüse und Stoffwechsel
Die Schilddrüse arbeitet nicht isoliert. Sie steht in enger Verbindung mit:
- dem Nervensystem
- dem Darm
- der Leber
- den Nebennieren
- dem gesamten Hormonhaushalt
Stress, Nährstoffmängel, Schlafdefizite und chronische Entzündungen können die Schilddrüsenfunktion beeinflussen. Ein ganzheitlicher Ansatz, der Ernährung, Lebensstil und Nährstoffversorgung berücksichtigt, spielt daher eine wichtige Rolle.
Rechtlicher Hinweis
Dieser Text dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung oder Diagnose. Bei bestehenden Beschwerden oder auffälligen Laborwerten sollte immer ein Arzt oder Fachtherapeut hinzugezogen werden. Aus rechtlichen Gründen darf keine individuelle medizinische Empfehlung ausgesprochen werden. Sanaponte empfiehlt bei Fragen zur Schilddrüsengesundheit die Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder einem spezialisierten Facharzt wie Dr. Spitzbart.